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Futuwwa
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Bei den Futuwwa-BĂŒnden handelt es sich um korporativ ausgerichtete Organisationsformen junger MĂ€nner (MĂ€nnerbĂŒnde) in islamisch geprĂ€gten Gesellschaften insbesondere des Mittelalters im Vorderen Orient. Der im 8. Jahrhundert n. Chr. aufkommende Begriff Futuwwa (arabisch Ű§Ù„ÙŰȘÙˆŰ©, DMG al-futuwwa) steht im Allgemeinen fĂŒr „Jugend“ und bezeichnet die QualitĂ€ten und CharakterzĂŒge des „jungen Mannes“ (arabisch fatā, Plural fityān). Es trĂ€gt dabei die Bedeutung „Jugend, Jungmanntum, jugendliches Verhalten“.cite-ref-1[1] Das Auftreten der Futuwwa-BĂŒnde ist ein weit verbreitetes facettenreiches PhĂ€nomen. Mit dem Begriff „Futuwwa“ können ganz unterschiedlich ausgerichtete Bewegungen und Organisationen gemeint sein.

Contents

‱ Literatur

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Begriff und Ideal

Taucht der Begriff „Futuwwa“ als Abstraktbildung erst im frĂŒhen Mittelalter auf, so findet sich das ihm zugrunde liegende Wort „Fatā“ schon hĂ€ufig in der altarabischen Dichtung und bezeichnet hier die viel gepriesenen Haupttugenden des Edelmannes als Idealbild: einerseits Freigiebigkeit und Gastfreundschaft, andererseits Tapferkeit und das kĂ€mpferische Einstehen fĂŒr den eigenen Stamm. Mit Aufkommen des Islam erhielt der Begriff zudem eine religiöse Komponente als Tugendkomplex derer, die sich als KĂ€mpfer fĂŒr den Djihad (arab. ğihād) einsetzten oder sich mit dem aufkommenden Sufismus der Selbstentsagung verschrieben.

ZunĂ€chst standen hier die Tugenden des Einzelnen im Mittelpunkt. Zum unĂŒbertroffenen Idol des „Fatā“ entwickelt sich mit der Zeit die Person des vierten Kalifen und Schwiegersohns des Propheten Ali. Aufgrund der ihm zugeschriebenen Tapferkeit wurde er im Islam zum Prototyp des „Fatā“ und damit zum Patron der Futuwwa. Der Ausspruch „kein Schwert außer DĆ« l-Fiqār! kein Fatā außer Ali!“ sollte zum Leitspruch der Futuwwakreise werden.

Da das Wort fatā auch schon im Koran ausnahmslos in positiven ZusammenhĂ€ngen gebraucht wird, konnten Gestalten wie Ibrahim, Yusuf oder die GefĂ€hrten der Höhle ۣ۔ۭۧۚ Ű§Ù„ÙƒÙ‡Ù als fitjān bezeichnet und als TrĂ€ger der Futuwwa gehandelt werden.

Über die Bezeichnung individueller Tugenden hinaus entwickelte die Futuwwa ausgesprochen „bĂŒndische“ ZĂŒge, indem sie fĂŒr Gruppen junger MĂ€nner, die sich gemeinsamen Idealen verpflichteten, feste BrĂ€uche und Rituale entwickelte. So galt fĂŒr Adepten das GĂŒrten mit den „Hosen der Futuwwa“ und das Trinken aus dem mit salzigem Wasser gefĂŒllten „Becher der Futuwwa“ als Zeichen der Initiation in eine mit dem Hauch des ElitĂ€ren bekleidete Gemeinschaft.

Eine Aufnahme in den Bund erfolgte in mehreren Stufen. Ein Postulant hatte sich zuerst einmal an ein ihn betreuendes Vollmitglied zu wenden, das ihn probeweise aufnahm. Nach bestandener Probezeit wurde er zunĂ€chst noch mit einem einfachen Schurz als Novize gegĂŒrtet, um dann erst nach einiger Zeit mit den „Hosen der Futuwwa“ zum Vollmitglied zu werden.

Die Futuwwa bildete hierbei eine ausgeprĂ€gte soziale Struktur heraus. Das VerhĂ€ltnis der Mitglieder untereinander war hierarchisch gegliedert und durch Beziehungen des „jĂŒngeren“ zum „Àlteren“ oder mit Begriffen aus dem familiĂ€ren Bereich, wie „Sohn“, „Vater“ und „Großvater“ geprĂ€gt. So wurden hinsichtlich der Initiation in die Gemeinschaft ideelle Abstammungslinien konstruiert, welche auf Ali oder den Propheten Muhammad selbst zurĂŒckgefĂŒhrt werden konnten.

Parallel dazu wurde die Gemeinschaft in verschiedene Klassen gegliedert. Sie umfasste einerseits Mitglieder, die sich nur mit dem Wort zur Futuwwa bekannt hatten, andererseits solche, die den Verpflichtungstrunk zu sich genommen hatten. Manchmal gab es darĂŒber hinaus noch Mitglieder, die zusĂ€tzlich mit einem Schwert gegĂŒrtet waren.

Ideal und gesellschaftliche Wirklichkeit

Mit der Ausbreitung des Islam kam auch der Begriff fitjān im Plural stĂ€rker in Umlauf und bezeichnete nun ĂŒberall anzutreffende Gruppen von jungen MĂ€nnern unterschiedlicher sozialer, ethnischer und konfessioneller Herkunft, welche in kleinen Gemeinschaften lebten und sich unabhĂ€ngig von den Bindungen an Familie, Berufsstand oder Stammeszugehörigkeit zu einem gemeinsamen Leben zusammenfanden. Was sie verband, war SolidaritĂ€t, gegenseitige FĂŒrsorge und Kameradschaft bis hin zur GĂŒtergemeinschaft.

Andererseits wird von „Fitjān“ auch berichtet als einem stetigen Element gesellschaftlicher Unordnung des stĂ€dtischen Lebens. Sie werden als „AnhĂ€nger der Futuwwa“ hĂ€ufig in eins gesetzt mit den als „'AjjārĆ«n“ bezeichneten Vagabunden, Landstreichern und Gesetzeslosen (arabisch Êżajjār, Plural ÊżajjārĆ«n). Sie erscheinen oft als Inbegriff fĂŒr bandenartige Gruppen gesellschaftlich randstĂ€ndiger junger MĂ€nner, welche entweder einen Faktor sozialen Aufruhrs darstellten, oder sich zeitweise das Fehlen gesellschaftlicher Ordnung zunutze machten, um sich als irregulĂ€re Polizei- oder Hilfstruppen zu verdingen. WĂ€hrend sich manche Gruppe gegebenenfalls auch in den Dienst der Obrigkeit stellten, konnten sozialrevolutionĂ€r ausgerichtete Gruppen bei den unteren Gesellschaftsschichten durchaus einige Achtung erringen.

Im 11. Jahrhundert wandelte sich das Bild: die Gruppen von „Fitjān“ bzw. „'AjjārĆ«n“ entwickelten zunehmend einen anziehenden Charme auch fĂŒr Mitglieder gehobener Gesellschaftsschichten, und es entwickelte sich im Kontrast zur gesellschaftlichen Wirklichkeit eine verbreitete Literatur ĂŒber die idealisierten Werte und Ideale der Futuwwa. Auch der Sufismus begann sich zu dieser Zeit zunehmend fĂŒr die Futuwwa zu interessieren. Hatte das altarabische Fatātum schon seit je her Eingang gefunden in die Spruchsammlungen berĂŒhmter Sufischeichs, entwickelte sich nun eine Literatur, in der die Futuwwa als fester Bestandteil des Sufismus dargestellt wurde.

Der Begriff „Futuwwa“ etablierte sich im Lauf der Geschichte als Bezeichnung eines festen Verhaltens- und Ehrenkodex. Er wird auch hĂ€ufig als orientalisches Edelmannsideal bezeichnet. Diesem Ideal konnten die verschiedensten gesellschaftlichen Gruppen zugeordnet werden. Folglich wurden und werden auch viele PhĂ€nomene, berechtigter- oder unberechtigterweise, mit dem Konzept der Futuwwa identifiziert. So kann „Futuwwa“ ebenso fĂŒr das muslimische Vorbild des spĂ€teren europĂ€ischen „Rittertums“ stehen, wie fĂŒr das Ideal der BrĂŒderlichkeit innerhalb der Sufigemeinschaften. Es wird mit den Riten und BrĂ€uchen der zunftartigen Handwerkervereinigungen genau so in Verbindung gebracht, wie mit dem Korpsgeist stĂ€dtischer Milizen oder aristokratischer Jugendclubs. In Persien taucht die Futuwwa auf als Ideal höfischer FĂŒrstenspiegel ebenso auf, wie in der folkloristischen Literatur.

Die Futuwwa ist ein Konzept, welches sich aus verschiedenen EinflĂŒssen entwickelt hat. Als die Araber im 7. Jahrhundert n. Chr. den Nahen Osten erobert hatten, brachten sie das altarabische Edelmannsideal des „Fatā“ mit und formten dieses zum religiösen Ideal des GlaubenskĂ€mpfers im Djihad (arab. ğihād) um. Dieses mischte sich dann in den eroberten LĂ€ndern mit vorislamischen Traditionen. Insbesondere die korporativen bzw. „bĂŒndischen“ Formen gesellschaftlicher Organisation können als Relikte der persischen Kultur des Sasanidenreichs angesehen werden, die in muslimischer Zeit fortlebten. Diese Gesellschaftsformen waren bei den Handwerkern in der Sasanidischen Metropole Seleukia-Ktesiphon weit verbreitet. Insbesondere das mit dem korporativen Leben verbundene Ritual der Initiation durch GĂŒrtung stand hier fĂŒr spĂ€tere Entwicklungen Pate und verweist auf einen zoroastrischen Einfluss.cite-ref-2[2]

Auch fĂŒr die als „'AjjārĆ«n“ bezeichneten irregulĂ€ren milizartigen VerbĂ€nde junger MĂ€nner in islamischen StĂ€dten können vorislamische Vorbilder angenommen werden. Zum Teil werden die „'AjjārĆ«n“ als Nachkommen der Sasanidischen KleinfĂŒrsten und des niederen Landadels angesehen. Diese verloren zwar nach der islamischen Eroberung in der Zeit der Omajjaden zunĂ€chst an gesellschaftlicher Stellung, konnten dann aber verstĂ€rkt in der Abbasidenzeit, ihre Ideale des Rittertums in die islamische Gesellschaft erneut einbringen. Ein Teil dieser Gesellschaftsschicht fungierte schon in Sasanidischer Zeit als Elitetruppe und entwickelte in diesem Zusammenhang einen entsprechenden Korpsgeist mit dazugehöriger Etikette, Ethos und Umgangsformen. Die UnabhĂ€ngigkeit dieser VerbĂ€nde brachte ihnen einen zum Teil negativen Ruf ein. Andererseits bot dieser Umstand Gelegenheit zur spĂ€teren VerklĂ€rung persischer Vergangenheit in der Literatur persischer Schreiber, die außerhalb des militĂ€rischen Zusammenhangs standen. Dem ritterlichen Ideal der Futuwwa stand in Persien der synonym gebrauchte Begriff „Jawānmardī“ gegenĂŒber.

Im Kontrast dazu sieht ein anderer Traditionszweig die „'Ajjārun“ als TrĂ€ger der Futuwwa in einem Engen Zusammenhang mit den freiwilligen VerbĂ€nden von GlaubenskĂ€mpfern, welche im 7./8. Jahrhundert zu einem allgemein verbreiteten PhĂ€nomen in islamischen Gesellschaften gehörte. Diese GlaubenskĂ€mpfer standen in den folgenden Jahrhunderten in einem engen VerhĂ€ltnis zu den VorlĂ€ufern der spĂ€teren Sufiorden in den Grenzfestungen. So konnte es seit dem 9. Jahrhundert zum Teil zu einer Verschmelzung der „'Ajjārun“ mit dem asketischen Sufitum unter dem Kodex der „Futuwwa“ kommen. Infolgedessen wurde die Futuwwa bis zum 11. Jahrhundert einerseits zum höfischen Rittertum, andererseits zum mystischen Lebensideal veredelt.cite-ref-3[3]

Die Reorganisation der Futuwwa-BĂŒnde unter dem Kalifen an-Nāsir li-DÄ«n Allāh

Einen herausragenden Wendepunkt in der Geschichte der Futuwwa-BĂŒnde stellt die Reformpolitik des Kalifen an-NāáčŁir li-DÄ«n Allāh (reg. 577/1180 – 620/1223) dar. In Anbetracht der im Lauf der Geschichte immer schwĂ€cher gewordenen Stellung des Kalifats strebte er danach, alle religiösen Organisationsformen an seine Person zu binden. Da die Futuwwa-BĂŒnde zu seiner Zeit bereits feste Organisationsstrukturen entwickelt hatten, boten sie ihm, in dem er sich selbst an die Spitze der Futuwwa setzte, ein ideales Instrument, seine eigene Stellung zu festigen. Er scheint schon frĂŒh (1182/1183 n. Chr.) und keinesfalls als einfaches Mitglied der Futuwwa beigetreten zu sein. So gilt es als sein Verdienst, durch eine NeugrĂŒndung der Futuwwa die bisher getrennt verlaufenen Entwicklungslinien, zum einen im Sufismus, zum anderen als gesellschaftliches PhĂ€nomen, zusammengefĂŒhrt zu haben.

Zur Zeit an-NāáčŁirs war die Futuwwa in zahllose konkurrierende Untergruppen zerspalten. An-NāáčŁir schloss sich der stark sufistisch ausgerichteten Futuwwa des in Baghdad angesehenen Scheichs 'Abd al-Ğabbār an, den er im Jahre 578 n. H. (1182/1183 n. Chr.) durch die Vermittlung von Vertrauensleuten kennenlernte. Der Beitritt erfolgte noch im selben Jahr durch das traditionelle Einkleiden in die „Hosen der Futuwwa“. Dieser Schritt des Kalifen verlieh der Futuwwa in der Bevölkerung eine zunehmende PopularitĂ€t und bewirkte gleichzeitig eine Festigung des sufistischen Elementes der Futuwwa und eine stĂ€rkere Anbindung des Bundeswesens an das Derwischtum.

Bereits kurze Zeit nach seinem Beitritt war der Kalif in der Lage, die GebrĂ€uche der „Fitjān“ als Mittel zur Verwirklichung eigener sozialer und politischer Ziele einzusetzen. So nutzte er den verbreiteten Brauch der Vogelzucht zur Monopolisierung des Brieftaubenwesen. Es durften zum Zwecke der Privilegienzuteilung und Kontrolle des Nachrichtenwesens nur noch Tauben aus seiner Hand empfangen werden. Auch die Gunst der Beteiligung am verbreiteten Sport des Armbrustschießens konnte er kontrollieren und an GĂŒnstlinge zuteilen. Er war es auch, der im eigenen Auftrag durch Übersendung der begehrten Futuwwahosen ĂŒber die Aufnahme von Regenten und Prinzen in die Futuwwa entscheiden konnte. Indem die Prinzen und Regenten der umliegenden Lokaldynastien der Futuwwa des Kalifen beitraten, wurden sie als Fitjān-Vorsteher ihrer Territorien bestĂ€tigt. Gleichzeitig erkannten sie damit den Kalifen als Oberhaupt an.

Doch gerade in der Hauptstadt Bagdad ließen sich zahlreiche der korporierten Futuwwa-Gruppen nicht ohne Widerstand zur Ordnung zwingen. Tumulte und AufstĂ€nde veranlassten den Kalifen, ein Edikt zu erlassen, das eine rigorose Umformung der bisherigen Struktur der Futuwwa beinhaltete. Gerade der anarchistische FlĂŒgel sollte diszipliniert und in neuer Form legalisiert werden. Die Futuwwa wurde unter Androhung der Todesstrafe aufgelöst und unter folgenden Forderungen des Kalifen zentralisiert: 'Ali gilt als unanfechtbare Grundlage der Futuwwa und der Kalif an-NāáčŁirs als dessen ausdrĂŒcklicher Nacheiferer. Aufgabe der Futuwwa ist es, einen „gereinigten imāmitischen Dienst“cite-ref-4[4] zu leisten und der Religion Allahs den Sieg zu verleihen. Wer einen Bundesgenossen misshandelt, wird aus der Futuwwa ausgeschlossen. An-NāáčŁir ließ nicht nur eine Futuwwa-Genealogie schaffen und auf seinen Namen hinfĂŒhren. Er rĂ€umte sich selbst auch das alleinige Recht ein, Futuwwatitel, -orden, -privilegien und Vollmachten zu verleihen und die Futuwwa in ein auf ihn bezogenes hierarchisches System zu gliedern.

Das Fortleben der Futuwwa nach dem Ende des Kalifats der Abbasiden

Nach der Eroberung Bagdads durch die Mongolen (1258 n. Chr.) und der Auflösung des Kalifats der Abbasiden kam es zum Niedergang der höfischen Futuwwa. Allenfalls wurde die von An-NāáčŁir geschaffene Praxis noch vom Mamlukensultan Baibars (reg. 1260–1277 n. Chr.) in Ägypten gepflegt, um dann bei seinen Nachfolgern an Bedeutung zu verlieren.

Andererseits erfuhr die Futuwwa in den gesellschaftlichen Schichten der Handwerker und HĂ€ndler einen wachsenden Zuspruch und entwickelte sich hier zum Organisationsprinzip zunft- und gildenartiger Vereinigungen. Insbesondere in Anatolien wurden die als „Achi“ (arab. „ahī“, „mein Bruder“; oder sĂŒdwesttĂŒrkisch „ahı“, „Freigiebigkeit, Edelmut, Ritterlichkeit“) bezeichneten Personen zu TrĂ€gern der Futuwwa.cite-ref-5[5] Der „Achi“ tritt hier seit Mitte des 13. Jahrhunderts als Vorsteher einer zunftartigen Vereinigungen junger unverheirateter MĂ€nner vornehmlich der Handwerksberufe in Erscheinung, welcher ein Klubhaus zur Abhaltung regelmĂ€ĂŸiger Versammlungen grĂŒndet oder ein solches auch zur Bewirtung Reisender unterhĂ€lt. Die „Achis“ erlangen dabei eine gesellschaftlich geachtete Stellung und treten hĂ€ufig bei Fehlen offizieller Regierungsvertreter als BevollmĂ€chtigte des Sultans oder Emirs auf.

Die Futuwwa als Organisationsprinzip der Bruderschaften und ZĂŒnfte

Im Osmanischen Reich wurde speziell in einer Zunft, der der Gerber, das Achitum weiter gepflegt. Sie beruft sich auf den Zunftheiligen Achi Evran, der um das Jahr 1300 in Kırßehir gelebt haben soll. Durch die Geschicklichkeit der Scheichs an dessen Grabheiligtum in Kırßehir in Mittelanatolien, die sich den Titel „Achi Baba“ gaben, hat es Achi Evran zum Schutzpatron des gesamten tĂŒrkischen Zunftwesens gebracht. So errangen die Achi Babas das Privileg, sĂ€mtliche Adepten aller ZĂŒnfte durch GĂŒrtung in das Zunftwesen aufzunehmen.

Literatur

‱ Claude Cahen, Franz Taeschner: Futuwwa. In: Bernard Lewis u. a. (Hrsg.): The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Bd. 2, Leiden/London 1965, S. 961 ff
‱ Franz Taeschner: ZĂŒnfte und Bruderschaften im Islam. Artemis, ZĂŒrich/MĂŒnchen 1979 (Die Bibliothek des Morgenlandes)
‱ Angelika Hartmann: An-Nasir li-Din Allah (1180-1225). Politik, Religion, Kultur in der SpĂ€ten Abbasidenzeit. Berlin/New York 1975
‱ Mohsen Zakeri: Sasanid Soldiers in Early Muslim Society – The Origin of 'Ayyaran and Futuwwa. Wiesbaden 1995
‱ Deborah G. Tor: Violent Order: Religious Warefare, Chivalry and the 'Ayyar Phenomenon in the Medieval Islamic World. Ergon, WĂŒrzburg 2007

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Franz Taeschner: ZĂŒnfte und Bruderschaften im Islam. Artemis, ZĂŒrich/MĂŒnchen 1979, S. 13
cite-note-22. ↑ Vgl. Zakeri, Mohsen, Sasanid Soldiers in Early Muslim Society - The Origin of 'Ayyaran and Futuwwa, Wiesbaden, 1995, S. 1 ff.
cite-note-33. ↑ Vgl.: Tor, G. D., Violent Order: Religious Warefare, Chivalry and the 'Ayyar Phenomenon in the Medieval Islamic World. WĂŒrzburg 2007, S. 13 ff, 289 ff.
cite-note-44. ↑ Hartmann, Angelika. An-Nasir li-Din Allah (1180–1225). Politik, Religion, Kultur in der SpĂ€ten Abbasidenzeit. Berlin / New York, 1975, S. 101.
cite-note-55. ↑ Franz Taeschner: ZĂŒnfte und Bruderschaften im Islam. Artemis, ZĂŒrich/MĂŒnchen 1979, S. 277.